Der Bidinger Maibaum in Ingenried

 
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25 Diebe in der Nacht zum Mittwoch mit schwerem Gerät unterwegs……

 

Die Freude über den gelungenen Diebstahl ist in Ingenried groß. Die Beute ist ein 30 m langer Maibaum aus Bidingen. Bei Xaver Sailer junior schwingt eine gehörige Portion Stolz in der Stimme mit wenn er über die Ereignisse der Diebesnacht spricht. Das ganze Dorf hat seinen Spaß daran, sagt Georg Echtler. Schließlich war der Aufwand, der dafür betrieben wurde, recht groß. Wir haben seit Samstag recherchiert und nachts die Lage ausspioniert, verrät Norbert Rößle, Feuerwehrkommandant in Ingenried. Und weil Diskretion alles ist, wurden zunächst auch nur drei oder vier Kumpels der eigenen Truppe genauer informiert. Erst kurz vor der Ausführung wurden die übrigen „Diebe“ informiert. „Die Mannschaft hat äußerst diszipliniert gearbeitet“ lobt Sailer. Der Maibaum aus Bidingen wird auch noch einige Tage in seinem Versteck bleiben, denn die Ingenrieder wollen ihre Beute erst zum Maibaumfest in Bidingen abliefern.

Nachdem bekannt war, dass der Maibaum im Bidinger Wertstoffhof auf vier Meter Höhe- und technisch sehr gut abgesichert lagert, hatten die Ingenrieder entsprechende Geräte vorbereitet, mit Ketten- und Seilzug, Rollen und Pfählen und einen Baumwagen zum Abtransport.

Mit dem Handy wurde der Schlepper geordert, der den langen Baum dann über Umwege nach Ingenried brachte. Knapp zwei Stunden dauerte der ganze Spuk, an der rund 25 Mann aus Ingenried beteiligt waren.

Schon einmal haben sich die Ingenrieder einen Maibaum geschnappt – den aus Burggen.

Ganz besonders freut die Ingenrieder, dass sie nicht nur den Bidingern, sondern auch den Rettenbachern einen Streich gespielt haben. Denn die Rettenbacher, so erzählt man sich, hatten ebenfalls geplant, sich den Bidinger Maibaum zu holen – allerdings eine Nacht später.

„Zum Maibaumfest bringen wir den Bidingern ihren Baum zurück“, verspricht Rößle. Beim Aufstellen wollen die Ingenrieder dann kräftig mit anpacken, um anschließend auch „gemeinschaftlich zu feiern“, wie Rößle sagt. „Mit 100 Liter Bier und Brotzeit für 30 Mann kommen wir ins Geschäft“, ergänzt er lachend. Wie Rößle sagt, hätten die Bidinger die ganze Sache gut aufgenommen. Aller Wahrscheinlichkeit wird es zu einer friedlichen Einigung kommen, da zwischen Ingenried und Bidingen ein freundschaftliches Verhältnis besteht. Das Maibaumstehlen soll schließlich eine Gaudi bleiben“, so der Feuerwehrkommandant.

 

Die Mannschaft sammelt sich zum "Sturmangriff"

 

Im Dachstuhl des Wertstoffhofes, 4 Meter hoch, hängt der begehrte Maibaum von Bidingen

 
 

Unter fachmännischer Leitung von Xaver Sailer jun. und Norbert Rößle wird der Baum mit Hilfe von Flaschenzügen, Stück für Stück, mühsam auf den Boden herabgelassen.

 

... und ab geht`s durch die dunkle Nacht - Richtung Ingenried

 

Zwischenlager im Biergarten von Gasthaus Rieger Hans

 
 

Die "Maibaumdiebe"

 

Weitertransport am nächsten Tag ins "Endlager" beim Kriesmaier Franz

 

Mit Böllerschüssen empfangen

 
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Am 13.05.2007 erfolgte die Rückgabe des Maibaumes. Vormittags gegen 10.30 Uhr zogen die Burschen aus Ingenried mit dem Maibaum nach Bidingen. Nahe der Flurgrenze wurden sie mit Böllerschüssen begrüßt. Am Ortseingang von Bidingen kam auch der Vorstand des Trachtenvereins, Herr Rauch, zur Begrüßung. Es war ein herzlicher und humorvoller Empfang.

Mit dem Pferdegespann wurde der Maibaum in den Ort gefahren. Von dort aus zogen die Ingenrieder mit dem Maibaum, begleitet von der Bidinger Musikkapelle, zum Maibaumstandort.

Die Auslöse wurde sofort vor Ort übergeben und verzehrt. Es war eine faire und nette Übernahme des Baumes, mit einem schönen Festtag.

So sollte ein Maibaumstehlen auch vonstatten gehen, ohne Streit, sondern nach gutem, altem Brauchtum.

In dieser Sache ein großes Lob an die Bidinger.

Bis in 5 Jahren beim nächsten Maibaum………….